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Team-Event Mad Chicken Run
Am 19.09.2026 um 10:00 Uhr war es soweit: Der Startschuss zum zweiten Teamevent des Citylaufverein war gefallen. Nachdem die Vorbereitung des ersten Teamevents beim Staffelhalf viel zu spät war, hatten wir diesmal gar keine andere Wahl, als früh am Start zu sein. Denn der Mad Chicken Run als größter 24-Stunden-Lauf Europas und Lauffestival für Ultraläuferinnen und -läufer in Cottbus ist 10 Monate im Voraus ausgebucht.
Klar ist damit für die meisten Teilnehmenden: Hier warten ganz neue Ausdauer-Herausforderungen, in die es vorzustoßen gilt.
Schön, dass am Ende 17 Starts zu Buche standen. Zugegeben, damit ist auch ein ganz persönlicher Traum in Erfüllung gegangen. Einmal nicht im Einzel zu starten und gewertet zu sein, sondern nur im Dienst einer Mannschaft zu stehen. Dafür geht zuerst ein großer Dank an den Verein und den Vorstand, der das ganze Abenteuer finanziert hat.
Das Team vor dem Start … René und Tina haben den (spontanen) Fototermin verpasst
Beeindruckend war die Teilnehmerquote der neuen Mitglieder, die bei der initialen Meldung noch gar nicht dabei sein konnten und später in die Mannschaften nachgerückt sind.
Am Ende durften viele von uns die begehrten Hühnerpokale mit nach Hause nehmen. Den ersten gewann unser Sportwart Uwe als schnellster über die 10 Kilometer. Es wird gemunkelt, dass Uwe wegen der LM am Folgetag Anne und Alex „taktisch eingebremst“ hat, so dass die beiden knapp am Podest vorbeigelaufen sind.
Teamevent heißt auch, sich in den Dienst anderer zu stellen. So waren zunächst Uwe, Alex, Annette und Anne gefragt, die 6- und 24-Stunden-Teams zu unterstützen. Unterstützung ist dabei nicht nur, Essen zu holen. Sondern auch weitere Runden extra mitzulaufen, um Teamkolleginnen aus dem mentalen Tief zu holen.
Denn eines ist sicher: 6 Stunden sind verdammt lang, 24 Stunden noch viel länger. Und zwischendurch für jeden teilweise sehr „spaßbefreit“ – wie Tina es gerne treffend auf den Punkt bringt.
Es läuft am Ende nie 100 % wie geplant: So musste Eric, den ich als Joker für Support und 24-Stunden-Ersatzmann vorgesehen hatte, gesundheitlich am Vorabend endgültig passen. Wir mussten die „Rufbereitschaft“ von Ronald extrem kurzfristig aktivieren. Ronald, ich finde es großartig, dass du zu deinem Wort gestanden hast und pünktlich am Folgetag zum „Dienst“ erschienen bist.
Bei allem Licht, was das Teamevent ausgestrahlt hat, ein wenig Schatten ist immer dabei: Unsere Cross-Mannschaft: „René und die starken Frauen“ war durch die Strecke leider räumlich separiert, so dass dort das Teamfeeling nur eingeschränkt aufkommen konnte.
Am Ende konnten 9 der 17 CLV-Finisher die Keramikhühner mit nach Hause nehmen und 7 in den Ultrabereich vordringen. Für einige das erste Mal 45 km und mehr. Tony erreichte dabei die weiteste Strecke im gesamten 6-Stunden-Teilnehmerfeld.
5 Personen mit Hühnern, 4 Buckles und 1 Team nach der Arbeit (Uli, Tina, Claudi, Knut, Hendrik)
Abends, nach einen Drittel der Gesamtlaufzeit des Events, kam ein spannender Moment: Die Rückreise von drei Autobesatzungen nach Dresden stand an. Steffi und Ina hatten kraft ihrer Ehepartnerschaft das Los gezogen, als Supporter vor Ort zu bleiben, weil die Männer weiter auf der Strecke waren. Hinreichend erschöpft von 6 Stunden Dauerlauf, noch 16 Stunden vor sich. Wie sollte das gehen?
Supporter, das sind die Menschen, die nie auf einem Podest stehen, keine Urkunde und keinen Pokal zu Hause haben und dennoch am Ende mit Schlafmangel erst das Essen holen und hinterher das ganze Zeug einpacken müssen, wenn die 24 h um sind. Ein ganz herzliches Dankschön an dieser Stelle an die beiden.
Zugegeben, ich hatte als Teamkapitän allen Vieren eine Zielstellung mitgegeben, der sich wohl niemand so wirklich entziehen konnte: Der Streckenrekord der 5er-Teams soll in den Besitz des CLV kommen und mind. 400 Runden = 800 Kilometer betragen. Der Name des Teams war ernst gemeint: die Roten rennen 5 Tage.
Hier fällt mir zuerst Knut ein. Der gefühlt kein Ultraevent in unserer Gegend verpasst hat und schon oft an der Zielmarke 100 Meilen gescheitert ist. Nicht weil Knut das körperlich nicht schaffen würde. Wer Knuts „Luxus-Pavillon“ mit Liege und Kocher gesehen hat, dem wird klar: Warum mache das hier eigentlich, wenn es mir nachts nicht gut geht?
Diesmal war klar: Spätestens nach 30 Minuten wecken wir Knut. Das war jedoch gar nicht erforderlich, denn das Warum für das Laufen im Team ließ Knut freiwillig schon viel eher wieder aufstehen.
Fazit: Wunderbar Knut, dein erstes 100 Meilen Buckle ist erreicht und damit die Team-Zielvorgabe übertroffen. Persönlicher Rekord Nummer 1.
Auch Claudi brauchte zwischendurch eine Pause, um die angeschlagene Hüfte irgendwie zur Kooperation zu bewegen. Die Mischung aus Willenskraft, einer Massagepistole, die die Hüftmuskeln immer wieder für genau eine Runde fitvibriert und einer positiven Körpersprache über 24 Stunden machte sie zu einem wichtigen Teammitglied. Claudi war ganz bis zum Schluss auf der Strecke und 112 km heißt: Persönlicher Rekord Nummer 2.
Als Hendrik nach rund 18 Stunden sagen wird: „Die 100 Meilen mache ich voll, aber keinen einzigen Meter mehr.“ …ist das Ausdruck für das Erfolgsgeheimnis des Ultralaufens: Eine unerschöpfliche Willenskraft, trotz vieler Blasenkilometer das Ding auf dem rohen Fleisch zu Ende zu gehen…
Zur Wahrheit gehört auch: Hendrik hatte zwischendurch viele schöne Momente. Er ist ein sehr schneller Geher und kommt mit dem Laufen-Gehen-Wechsel gut zurecht. Die perfekte Mischung für das erste 100-Meilen-Finish. Persönlicher Rekord Nummer 3.
Wer Tina kennt, weiß um ihren Ehrgeiz und ihre Perfektion. Selbst wenn keiner eine Rennstrategie hat: Tina hat eine. Ich werde am Ende auch eine haben. Dank Tinas Excel-Datei-Vorlage. Für unser Teamergebnis habe ich Tina 180 km aufgetragen, aber unausgesprochen ist klar: Sie hat den Damen-Streckenrekord von 200 km im Blick. Tina hatte das notwendige Glück diesmal nicht auf ihrer Seite: Blasen ab 6 Stunden, 2 Stürze, dickes Knie, Übelkeit & Erbrechen. Diese kleinen „Spaßbefreiungen“ summierten sich am Ende, so dass sich Tina nicht so wirklich über ihren persönlichen Rekord von 194 km freute, als wir zusammen ins Ziel liefen.
Meine vier Mitstreiter haben persönliche Rekorde abgeliefert. Nach ca. 21 Stunden klatschten wir uns ab, weil der bisherige Streckenrekord erreicht war. Natürlich wollte ich bis zum Ende mitziehen. Ich habe deshalb vorher Tinas Excel-Datei zweimal ausgefüllt:
Plan A: Der Traum – 212 km mit dem Ziel: Streckenrekord zurückholen und persönlichen Rekord aufstellen.
Plan B: Die Realität – 200 km wegen einer Verletzung am rechten Fuß, dahin werde ich mit hoher Wahrscheinlichkeit während des Laufes wechseln müssen.
Mein Körper lieferte. Ich stieg nicht um und verfolgte stur Plan A bis zur völligen Erschöpfung. Dank des Support-Teams zeitoptimiert. Danke, dass ihr das möglich gemacht habt und am Ende mein Zeug eingepackt, alles abgebaut und nach Hause gebracht habt ;-)
Fazit: Die Roten sind 5 Tage gelaufen, haben 5 persönliche Rekorde aufgestellt und den Streckenrekord von 736 km auf 842 km angehoben. Die 5 Hühner haben sich die Ehrenplätze bei jedem zu Hause redlich verdient.
MCR-Ehrengalerie bei Trodlers im Flur: 4 Köpfige-Hühnerfamilie mit goldenem Ei
Am Ende bleibt zu sagen: Nach dem zweiten Teamevent ist vor dem dritten. Die Ideen liegen in der Schublade. Danke an alle, die mitgemacht und zum Erfolg beigetragen haben.